WRINT: Politikunterricht – Exkurs: Wie sieht die deutsche Altersstruktur aus?

Ein Begriff, der in den letzten Jahren in den allgemeinen Sprachgebrauch gewandert ist, ist der des demographischen Wandels. Dieser bezeichnet einen Prozess, der sich in der Entwicklung der Altersstruktur Deutschlands und vieler anderer moderner Industriestaaten abspielt.

Die Entwicklung lässt sich am besten an den demographischen Daten des statistischen Bundesamts erkennen.

Spult man zu den Daten von 1950 zurück, kann man noch erkennen, dass sich die Bevölkerung tatsächlich pyramidenförmig verteilt. Es gibt klare Einschnitte für den 1. und 2. Weltkrieg, besonders bei den Männern und natürlich ist die angenommene Pyramidenform, die man gerne mal für das Jahr 1910 zu sehen bekommt idealisiert.

In den Daten von 1980 kann man dann einen eindeutigen Geburtenrückgang erkennen, der auf die Einführung von Verhütungsmitteln zurückzuführen ist. Dieses Phänomen kennt man auch als den Pillenknick.

Im weiteren Verlauf der Daten kann man nun die Charakteristiken des demographischen Wandels erkennen: einen Rückgang der Geburtenraten und eine Überalterung der Gesellschaft. Dieses Phänomen führt dazu, dass sich die „Pyramide“ langsam in einen Pilz verwandelt in dem der jüngere Teil der Bevölkerung im Vergleich zu älteren immer kleiner wird. Dies stellt unsere Gesellschaft langfristig vor neue politische, aber auch soziale Probleme, da immer mehr ältere Menschen gepflegt und betreut werden müssen und umlagefinanzierte soziale Sicherungssysteme nicht mehr finanziert werden können.

6 Gedanken zu „WRINT: Politikunterricht – Exkurs: Wie sieht die deutsche Altersstruktur aus?

  1. Bernd

    Ja hallo erstmal,

    Sehr schöner Podcast wieder, aber ihr seid auf zwei Punkte nicht eingegangen, die von meinem beschränkten Standpunkt aus auf der Hand liegen müssten.

    Zum einen müsste sich diese „Bevölkerungspyramide“ in einer von Krieg und Hungersnöten befreiten, medizinisch einigermassen gut aufgestellten und von mündigen Individuen betriebenen Gesellschaft früher oder später zu einer Säule entwickeln, mit nur leicht abgeschrägten Seiten und eine Spitze am oberen Ende. Damit bleibt die Gesellschaft und der Planet erhalten.

    Zum anderen glaube ich nicht, das es bei der heutigen Produktivität ernsthaft ein Problem sein muss, wenn nur 30% der Leute einer „Erwerbstätigkeit“ nachgehen, das sollte locker reichen um 100% der Menschen ein ordentliches Leben zu ermöglichen. Ist nur eine Frage der sinnvollen Aufteilung von Ressourcen und wenn ich mir die steigende Anzahl von Bullshit-Jobs ansehe, zu denen ich meinen auch zum Teil zählen würde, kann man die 30% sicher noch nach unten korrigieren.

    Mfg
    Bernd

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    1. Thomas Brandt Beitragsautor

      Danke, erstmal.

      Du hast da nicht so unrecht. Wir sehen aber eine Abnahme der jungen Menschen, keine Stagnation. Die Stagnation wäre theoretisch okay. Also, wenn zwei Menschen im Schnitt auch zwei Kinder haben, erhält sich die Bevölkerung automatisch. Dann hast du aber im Prinzip auch eine schlankere Pyramide. Man sollte da am Ende aber auch nicht vergessen, dass es so etwas wie eine Wachstumsrhetorik in unserer Welt gibt, die Stagnation als negativ belegt.

      Im zweiten Teil sprichst du die Konsequenzen für den Sozialstaat an. Da reden wir tatsächlich in der Sozialstaatsfolge im längeren nochmal drüber. Du hast vollkommen recht mit dieser Beobachtung. Wir haben genug Reichtum zu verteilen. Allerdings haben wir eben auch eine Ideologie, in der nur arbeitende Menschen „wertvoll“ sind und dieses „Arbeiten“ nur einen eingeschränkten Bereich von Aktivitäten anerkannt ist.

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    1. Thomas Brandt Beitragsautor

      Der Link funktioniert leider nicht richtig. Extremismus ist nur extremistisch, weil er eben nicht die Mitte betrifft. Die kann damit nicht extremistisch sein, weil das so definiert ist. Aber natürlich gibt es vorherrschende Ideologien, die kein Hinterfragen dulden.

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      1. Nils

        Oh sorry.

        Es gibt 2 vollständige Langzeitstudien zur Betrachtung der Mitte herausgegeben von der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin.
        http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&ved=0CDwQFjAD&url=http%3A%2F%2Fwww.uni-leipzig.de%2F~kredo%2FMitte_Leipzig_Internet.pdf&ei=znGQVLntGom7UeXlg8AB&usg=AFQjCNGvPZ9x8j200NxGenK7M2CwTy3sRA&sig2=GGyWquqBIfAd2c5QGcyPcA&cad=rja

        http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&cad=rja&uact=8&ved=0CDYQFjAC&url=http%3A%2F%2Fwww.fes-gegen-rechtsextremismus.de%2Fpdf_12%2Fmitte-im-umbruch_www.pdf&ei=znGQVLntGom7UeXlg8AB&usg=AFQjCNHCNTEj1g1S4455HF_DA3cBKX67kA&sig2=2KYzoFFQFFXQ2YS7iARNlA

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